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Die Störung und ihre Folgen

Psychosen sind für die Umgebung meistens sehr auffällige, besonders schwerwiegende psychiatrische Erkrankungen, die vor allem durch eine ausgeprägte Störung des Realitätsbezuges des Patienten gekennzeichnet sind. Manchmal können bereits Jugendliche, sehr selten auch schon Kinder betroffen sein. Symptomatologisch im Vordergrund stehen oft gedankliche Verwirrtheit, unangemessene Befürchtungen, Ängste oder nicht nachvollziehbare Überzeugungen (Wahn), aggressive Erregtheit bzw. soziale Zurückgezogenheit.

Krankhafte Trugwahrnehmungen wie Stimmenhören oder optische Halluzinationen können das Krankheitsbild ergänzen. Unterschieden werden die endogenen, d.h. überwiegend genetisch bedingten schizophrenen Psychosen oder die Manien (übertrieben gehobene bzw. gereizte Stimmungslage) im Rahmen einer bipolaren Störung (manisch-depressive Erkrankung) von den körperlich begründbaren Psychosen, die im Jugendalter häufiger im Rahmen eines Drogenmissbrauchs, seltener bei speziellen Hirnerkrankungen, auftreten können. Gelegentlich können bei akuten psychotischen Störungen auch äußere Belastungsfaktoren wie z.B. ein Todesfall im persönlichen Umfeld oder ein Traumatisierungserlebnis ursächlich eine Rolle spielen.

Die Therapie und ihre Chancen

Wenn bei einem Jugendlichen eine psychotische Störung besteht, ist oft eine stationäre Aufnahme erforderlich und auch sinnvoll. Denn unter klinischen Rahmenbedingungen lässt sich das Krankheitsbild in der Regel besser abklären und behandeln: Körperliche Grunderkrankungen können hier gegebenenfalls diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden. Zu Beginn der Therapie wird die Akutsymptomatik im allgemeinen - falls notwendig in beschützter Umgebung (geschlossene Station) - spezifisch pharmakologisch behandelt. Da Stress und emotionale Belastungen den Krankheitsverlauf im Einzelfall negativ beeinflussen können, ist häufig zusätzlich eine einzelpsychotherapeutische Betreuung angezeigt.

Bei Störungen des Aufmerksamkeitsvermögens und des Denkens erweisen sich sog. "kognitive" Trainingsformen (Aufmerksamkeits- und Denkübungen am Computer oder in der Gruppe) als hilfreich. Weitere Gruppentherapien wie z.B. das Soziale Kompetenztraining (Rollenspiele) unterstützen die Patienten, die sich im Rahmen der Erkrankung sehr in sich zurückgezogen haben, dabei, wieder besser in Kontakt zu anderen Menschen zu treten. Schließlich benötigen auch die Eltern der betroffenen Patienten immer gezielte Hilfe und Unterstützung, um mit der Störung ihres Kindes angemessen umgehen zu können. Stellt sich ein individueller Behandlungsverlauf trotz aller Bemühungen als eher ungünstig dar, müssen im Anschluss an eine Klinikbehandlung neben einer ambulanten fachärztlichen Therapie auch rehabilitative Maßnahmen eingeleitet werden, um die weitere Prognose des erkrankten Jugendlichen günstig zu beeinflussen.

 

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