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Die Störung und ihre Folgen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), auch Hyperkinetische Störung genannt, ist gekennzeichnet durch drei Kernsymptome, die in unterschiedlicher Gewichtung vorhanden sein können: motorische Unruhe, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit und erhöhte Impulsivität (d. h. Neigung zu vorschnellen, unüberlegten und z. T. aggressiven Reaktionen).

Die Symptome beginnen bereits im frühen Kindesalter. Oft wird eine ADHS aber erst nach der Einschulung erkannt, wenn das Kind mit höheren Anforderungen an Aufmerksamkeit, Selbstorganisation und sozialer Integration konfrontiert wird. Kinder mit ADHS haben häufig Probleme in der Schule, weil sie im Unterricht "zappelig" und unkonzentriert sind sowie oft mit anderen Kindern oder auch Erwachsenen in Konflikt kommen. Unbehandelt stellt eine ADHS einen erheblichen Risikofaktor für die Entwicklung eines Kindes dar: Misserfolge sowie negative Reaktionen von Gleichaltrigen und Bezugspersonen belasten ein Kind auch emotional und können zu einer Verfestigung negativer Verhaltensmuster führen, in ausgeprägten Fällen kann sogar schulisches Scheitern drohen. Häufig kommt es, vor allem auf Grund der erhöhten Impulsivität, auch zu Störungen im Sozialverhalten: Es fällt den Kindern schwer, sich an Regeln zu halten, sie neigen zu aggressivem, manchmal auch delinquentem Verhalten, sagen die Unwahrheit etc.. Vor allem im Jugendalter kann die Sozialverhaltensstörung oft zum Hauptproblem werden mit einem erhöhten Risiko für Missbrauch von Alkohol oder anderen Drogen. Übergänge der Störung ins Jugend- und Erwachsenenalter sind nicht selten.

Therapie und Ihre Chancen

Eingehende und fortgesetzte Beratung der Familie und anderer Bezugspersonen (z. B. Lehrkräfte), heilpädagogische oder verhaltenstherapeutische Strategien und - falls erforderlich - medikamentöse Behandlung sind die wichtigsten Säulen der Behandlung. Eine stationäre Aufnahme ist nur bei sehr komplexen Störungen oder sozialen Auffälligkeiten wie besonders aggressivem Verhalten oder übermäßig belasteter Familiensituation nötig, meistens ist eine ambulante Therapie ausreichend.

Das Kind soll lernen, sich selbst besser zu steuern und zu strukturieren. Dabei werden die Eltern intensiv mit einbezogen. Denn sie müssen zu Hause ein Umfeld schaffen, das dem Kind Zuwendung und Verständnis, aber auch Grenzen, Strukturen und klare Regeln bietet. Auch die Eltern müssen lernen, auf ihr Kind wieder angemessen zu reagieren. Das Augenmerk der oft sehr belasteten Familien sollte nicht nur auf die vorhandenen Schwierigkeiten gerichtet sein, sondern auch wieder auf die erfreulichen Aspekte des Zusammenlebens. Aufforderungen sollten eindeutig und klar formuliert und auch durchgesetzt werden. Positives Verhalten des Kindes sollte gelobt bzw. belohnt werden. Hält das Kind sich nicht an vereinbarte Regeln, sollte eine angemessene Konsequenz erfolgen. Auf diese Weise lassen sich Schritt für Schritt Probleme besser in den Griff bekommen und die früher ungünstigen Interaktionen in zunehmend günstigere umwandeln.

Genügen - bei ausgeprägteren Störungen - derartige Maßnahmen nicht, weil die Steuerungsfähigkeit des Kindes zu gering ist, stehen heute wirksame und verträgliche Medikamente zur Verfügung. Diese können die gesteigerte körperliche Aktivität und die gestörte Aufmerksamkeit oft weitgehend normalisieren und damit die Steuerungsfähigkeit deutlich verbessern.

 

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